SV ElversbergSC Hessen DreieichRudi Bommer, Trainer des Regionalligisten SC Hessen Dreieich, war sauer. Und zwar richtig. „Warum der Schiedsrichter Überlänge hat spielen lassen, ist nicht nachvollziehbar. Wir haben das mitgestoppt.“ Statt der angezeigten drei Minuten dauerte die Partie des Aufsteigers bei der SV Elversberg 94 Minuten. Und in jener 94. Minute erzielten die Gastgeber noch den 4:3 (2:2)-Siegtreffer. Anschließend pfiff Schiedsrichter Michael Kimmeyer (Karlsruhe) gleich zweimal: Tor und Abpfiff. Bitter für den SC Hessen, der durch den dreifachen Torschützen Danny Klein 2:0 und 3:2 geführt hatte und zumindest den ersten Auswärtspunkt 93 Minuten lang vor Augen hatte.

„Elversberg ist eine starke Mannschaft, die zu Unrecht ganz unten steht, sie haben eine reifere Spielanlage als wir. Dennoch sind wir gut ins Spiel gekommen, haben dann aber 20 Minuten lang den Faden verloren“, meinte Bommer. Die erste sehr gute Chance hatten allerdings die Hausherren, nach einem Fehlpass von Nico Seegert stand Kevin Koffi frei vor Pierre Kleinheider, schoss dem Dreieicher Torhüter den Ball aber genau in die Arme. Auf der anderen Seite nutzte Danny Klein die erste Chance der Gäste – die auf den angeschlagenen Loris Weiss (Muskelverhärtung) verzichten mussten – mit einem gefühlvollen Schlenzer in den Winkel zum 1:0 (11.). Es folgten wütende Angriffe der Saarländer, Manuel Feil schoss aus 18 Metern an den Pfosten (13.). In der 21. Minute kamen die Gäste zum zweiten Mal vor das gegnerische Tor - ein abgefälschter Flachschuss von Klein landete zum 0:2 im Elversberger Tornetz.

Elversberg stürmte weiter, die Abwehr des SC Hessen – erstmals mit Zugang Constant Djakpa, der ein gutes Debüt feierte, – schwamm mehrfach kräftig. In der 33. Minute lenkte Kevin Pezzoni eine Flanke von der rechten Seite unhaltbar ins eigene Tor. Und es kam noch schlimmer für die Dreieicher: In der der 43. Minute kam der enttäuschende Uwe Hesse gegen Lukas Kohler einen Schritt zu spät und traf den Elversberger voll am Fuß. Elfmeter, Oliver Stang glich zum 2:2 aus (44.).

Nach der Pause standen die Dreieicher in der Zentrale deutlich stabiler – und gingen durch Klein erneut in Führung (55.). „Wir haben einen richtig guten Konter gesetzt. Wir wussten aber auch, dass die Kräfte zum Ende schwinden werden, da wir schon früh zum Wechseln gezwungen waren“, meinte Bommer, der Uwe Hesse nach der Pause durch Zubayr Amiri ersetzte und nach 52 Minuten den angeschlagenen Nico Seegert (Fußprellung) vom Platz holen musste. Elversberg erhöhte den Druck, Kleinheider wehrte überragend einen Kopfball von Kohler aus drei Metern ab (60.). In der 74. Minute aber kam Koffi frei zum Kopfball und traf aus drei Metern zum 3:3. Und in der Nachspielzeit verwertete Luca Dürholtz einen Freistoß mit anschließender Kopfballverlängerung aus zwei Metern zum 4:3. „Wenn du auswärts drei Tore schießt, musst du was mitnehmen, das war auch ein stückweit Naivität“, sagte Bommer mit Blick auf den überflüssigen Freistoß fast von der linken Außenlinie, der zum 4:3 führte.

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